Samstag, 1. Dezember 2012

"Requiem" von Eoin McNamee - Tragische (Un-)Gerechtigkeit

Requiem
Eoin McNamee
Roman
340 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.12.2012
dtv premium
ISBN 978-3-423-24941-6

1961 wurde in Nord-Irland der letze Mann gehängt. Es handelt sich hierbei um Robert Mc Gladdery, der die junge Pearl ermordet haben soll. Es wurde ein Prozess geführt, der rein auf Indizienbeweisen beruht und dem Angeklagten von Anfang an kaum eine Chance gelassen hat, denn der  Richter ist ein Mann, der selbst vor 9 Jahren seine Tochter verloren hat, dessen Mörder nicht gehängt wurde. Nun will die ganze Stadt den Mörder hängen sehen, ob nun schuldig oder nicht.
Robert hatte die ganze Zeit seine Unschuld beteuert, bis er am Tag vor der Hinrichtung ein fragwürdiges Geständnis abgelegt haben soll.

Fazit:

Der Schreibstil war sehr bildlich und mit Vermutungen und Gleichungen gespickt, aber angenehm zu lesen, denn dadurch wurde von Beginn an eine Düsterheit ausgestrahlt, die gut passt.
Die Geschichte baut sich langsam auf. Es fremder Polizist kommt in die Stadt und merkt recht schnell, dass die Menschen hier anders gestrickt sind. Sie erzählen nichts freiwillig und wollen scheinbar schnell einen schuldigen finden, ohne richtige Beweise zu haben. Es ist mehr ein Interesse am Fall selbst, als die Spannung, die den Leser hier anleitet die Geschichte weiterzulesen. 

Die merkwürdigen Gepflogenheiten der Stadt und insbesondere der Polizisten dort erinnert den Leser immer wieder, dass wir es nicht mit modernen Ansichten zu tun haben.
Auch der Angeklagte selbst verhielt sich sonderbar und man konnte nur zusehen wie er auf seinen Tod hinzusteuert. Die Entwicklung Roberts war jedoch interessant. Zunächst war er selbstsicher doch dann konnte man Stück für Stück den Rückgang derer mitansehen.
Die Charaktere, außer Robert, waren nicht besonders fesselnd, da es sich schliesslich auch nicht einfach nur um einen Thriller handelt, sondern doch auf wahren Geschehnissen beruht.

Zum Schluss fragt man sich als Leser wie ungerecht eine scheinbare Gerechtigkeit doch sein kann und wie es dazu kommen kann, dass selbst Ermittler nur daran interessiert sind jemanden am Galgen zu sehen, um ihre Karriere zu fördern. McNamee hat es hier sehr bildlich geschafft eine erschreckende Geschichte mit einem unausweichlich tragischen Ende zu schreiben.

Meinen persönliche Geschmack hat das Buch nicht getroffen, aber ich denke es ist sehr gut aufgehoben bei allen, die gerne tragische Geschichten lesen und nicht unbedingt ein Happy End brauchen.

Was ich besonders mochte:

Den langsamen, beschreibenden Aufbau der Geschichte und die Einsamkeit und Hilflosigkeit, die ausgestrahlt wurde.

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