Donnerstag, 27. Dezember 2012

"Torstraße 1" von Sybil Volks - Zwei Familien und ein Haus, für immer verbunden!


http://www.bookreporter.de/bilder/kritik/2012/7301-torstrasse-1.jpg
Torstraße 1
Sybil Volks
Roman
400 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.11.2012
dtv
ISBN 978-3-423-28004-4


Elsa hofft auf Einlaß ins neu eröffnete Soho House Berlin in Torstraße 1. Vor genau 80 Jahren wurde sie in diesem Gebäude, welches damals ein Kaufhaus war, bei der Eröffnung geboren. Zur selben Stunde kam auch Bernhard auf die Welt. Seit dem Tag verbindet Elsas und Bernhards Familien und dieses Gebäude ein Band.
Als Kinder spielen sie miteinander und als Erwachsene fühlen sie sich zu einander hingezogen. So werden in dem Buch die zwei Geschichten der beiden Protagonisten erzählt, von der Wiege bis zum 80 Geburtstag mit allen Familiengeschehnissen, Krieg und Komplikationen. 

Fazit:

Der Roman beginnt in der Gegenwart und springt dann ganz weit zurück in die Vergangenheit, bis kurz vor der Geburt von Elsa und Bernhard. Zunächst wird nur Elsas Geschichte näher beleuchtet, wie ihre Mutter lebte und wer Elsas wahrer Vater ist.
Etwas später beginnen die Zeitsprünge. Es wird etwas über Elsa erzählt und dann wieder Bernhard. Der Zeitraum scheint immer eine Dekade zu betreffen, bis zum 80 Geburtstag hin. Die ganze Zeit über ist auch das Haus in der Torstraße 1 präsent und mit den beiden Familien verbunden.
Hier hilft der angenehm zu lesende Schreibstil sehr über die ungewohnten Sprünge hinwegzuhelfen, denn manchmal ist nur von "er" oder "sie" die Rede. Man sollte also besser nicht mit den Gedanken woanders sein beim Lesen.

Die Stimmung des Buches fand ich größtenteils bedrückend. Es ist eine schöne und kompliziert Geschichte aber man merkt doch recht schnell wie schwer es die einzelnen Charaktere im Leben haben. Es fängt kurz vor dem Krieg an und ab da bekommt man die Schwierigkeiten mit, denn Elsa ist zur Hälfte Jüdin. Der Leser trifft im Buch auf viele Charaktere mit unterschiedlichen politischen Ansichten und den daraus resultierenden Problemen.

Die Charaktere sind unterschiedlich und doch sehr überzeugend. Jeder wird als Mensch mit eigener Geschichte und innerer Einstellung betrachtet und so ergeben sich sehr lebhafte Personen. Hier kann man anmerken, dass nicht nur die Protagonisten sehr lebhaft sind, sondern auch viele Nebencharaktere. Manche kommen erst zum Schluss hervor, wie zum Beispiel Elsie - die beste Freundin von Elsas Mutter, aber schleichen sich umso mehr ins Herz des Lesers.

Ich fand das Buch sehr bedrückend und traurig, aber muss sagen es hat mir gefallen und ich musste häufig über das Thema nachdenken. Auch war ich sehr gespannt, was aus Elsa und Bernhard wird. Ich war nicht mit allen Wendungen zufrieden, aber das ist natürlich Geschmackssache. :)
Insgesamt bekommt man als Leser eine sehr glaubwürdige und komplizierte Geschichte zweier Familien vor, im und nach dem Krieg. Teilweise fühlt man sich als bekäme man hier und da einen Schnappschuss zu sehen und erst später die Geschichte dazu, aber das macht das Buch auch besonders und passt hier gut rein.

Was ich besonders mochte:

Die Charaktere! Sie waren ziemlich gut und manche konnte ich überhaupt nicht verstehen und andere wiederum komplett. Es ist als kenne man die Personen.

Kommentare:

  1. Ahoi! Ich habe dir vor Kurzem ja "Die Keime" als Rezi-Exemplar zur Verfügung gestellt und wollte dir nur kurz eine Nachricht hinterlassen, dass sich mein Cover geändert hat :-)
    http://www.amazon.de/Die-Keime-Old-Souls-ebook/dp/B00ACHOFE8/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1353779665&sr=1-1

    Liebe Grüße
    http://www.oldsouls.de

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    1. Hi Julia,

      vielen Dank, habe die Änderung aufgenommen.

      LG Juju

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