Freitag, 1. Februar 2013

"Die Schriften von Accra" von Paulo Coelho - Lektüre zum Nachdenken!



Die Schriften von Accra
Paulo Coelho
Roman
192 Seiten
Erscheinungsdatum: 07.01.2013
Diogenes
ISBN: 978-3-257-06848-1


Jerusalem im Jahre 1099 – der Kreuzritterkrieg steht bevor. Die Menschen haben Angst und viele Fragen, denn sie befürchten, dass ihnen nur die Flucht oder der Kampf bis zum Tod bleiben. So sitzen sie am Abend vor dem Krieg zusammen und stellen ihre Fragen dem Kopten, der die Fragen beantwortet und den Menschen Hoffnung gibt.

Fazit:

Der Schreibstil Coelhos ist besonders. Er schreibt sehr philosophisch und ausschweifend. Teilweise hatte ich das Gefühl Sokrates zu lesen. Es ist jedoch nicht allzu kompliziert geschrieben und hier und da sind ein paar modernere Ausdrücke eingefügt, über die ich schmunzeln musste, weil sie recht merkwürdig wirkten. Insgesamt war das Buch angenehm zu lesen.

Die Geschichte ist eher im Hintergrund. Jerusalem steht der Krieg bevor und am nächsten Morgen müssen manche Menschen fliehen und andere bleiben. Sie haben sich alle draußen versammelt um dem Kopten zu lauschen und Fragen zu stellen. Versammelt sind auch verschiedene Religionen. Der Kopte bezieht sich in jeder Frage auch auf Gott, ordnet ihn aber keiner Religion zu, sodass jeder seine Antworten für sich interpretieren kann.
Die Fragen selbst handeln von Liebe, Mut, Veränderung, Schönheit, Sieg, Niederlage und vielem mehr. Die Antworten werden in einer Art gegeben, die zum Nachdenken anregt und einen anderen Blickwinkel auf die Frage ermöglicht. Er schafft es so zu drehen, dass auch eine Niederlage positiv gedeutet werden kann, denn nur wer gekämpft hat, kann siegen oder verlieren. Wer aber sich davor scheut, kann zwar nicht verlieren aber auch nicht siegen und hat sich daher von vorneherein ergeben.

Mein Eindruck ist, dass dieses Buch Menschen in Zeiten der Not oder wenn sie verlassen wurden, helfen soll wieder neue Hoffnung zu bekommen. Es soll die schlechte Situation umdrehen und ins positive Licht stellen, sodass man sich denkt „Ich habe es immerhin versucht und nächstes Mal wird es besser!“ oder „Meine Zeit wird auch noch kommen!“.
Coelho macht es einem leicht daran zu glauben, aber man muss Coelho und seinen Schreibstil schon mögen um an dem Buch dranzubleiben.
Insgesamt betrachtet hat das Buch mir einen Denkanstoß gegeben manche Situationen in einem anderen Licht zu betrachten.

Was ich besonders mochte:

Die Sichtweise des Kopten ist nicht neu und auch nicht unbekannt, aber dennoch kann sie in vielen Situationen neuen Mut geben und erscheint dabei nicht wie ein Ratgeber.


Vielen Dank an Blogg dein Buch und Diogenes für dieses Rezensionsexemplar!

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Kommentare:

  1. Schöne Rezension. Mir hat das Buch auch gefallen und zum (Nach-)Denken angeregt womit der Sinn des Buches, so vermute ich es zumindest, erfüllt wurde.

    Liebe Grüße, Philip
    http://philipswelt.blogspot.de/2013/01/rezension-die-schriften-von-accra-paulo-coelho.html

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    1. Hi Philip,

      vielen Dank :) Ich gebe Dir völlig recht!

      Liebe Grüße
      Juju

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