Mittwoch, 20. März 2013

"Ich soll nicht töten" von Barry Lyga - Mörder fangen oder werden, was darf es sein?



Ich soll nicht töten
Barry Lyga
Thriller
384 Seiten
Erscheinungsdatum: 18.02.2013
Blanvalet
ISBN: 978-3-442-38043-5


Jasper Dent ist 17 Jahre alt. Sein Vater, Billy Dent, ist einer der berüchtigtsten Serienmörder der Welt und sitzt nun im Gefängnis. Doch nun gibt es wieder Morde, die die Handschrift Billys tragen. Neben der Polizei führt Jasper verdeckt seine eigenen Ermittlungen durch und will den Serienkiller schnappen, doch der Einfluss unter dem er aufgewachsen ist lässt ihn nicht mehr los. Ständig fragt sich Jasper ob er nicht auch zum Mörder werden könnte, zumal es die Öffentlichkeit auch zu glauben scheint. Das Wissen dazu hat Jasper auf alle Fälle…

Fazit:

Der Thriller ist sehr gut und spannend geschrieben. Wir erleben Jasper „Jazz“ aus der dritten Perspektive heraus bei seinen Gedanken, Beobachtungen und Ermittlungen. Der Schreibstil ist passend zu der Stimmung und der Geschichte. Die meist kurzen Sätze erzeugen eine Spannung die zum Weiterlesen animiert und es ist nichts künstlich in die Länge gezogen.

Die Charaktere sind gut gelungen. Jasper ist sehr sympathisch, sieht sich selbst aber als Soziopath. Er scheint trotz der Erziehung doch irgendwie eine reine Seele zu haben und ein guter Kerl zu sein und dennoch nehmen ihn viele Erinnerungen mit und stürzen ihn in Zweifel.  Sein bester Freund Howie hat in seinem Leben auch nicht die Glückskarte erwischt, denn er ist starker Bluter. Allerdings ist es erfrischend wie sehr er das alles mit Humor nimmt und es ist einfach schön eine Freundschaft zwischen zwei so unterschiedlichen Charakteren zu sehen. Auch die Nebencharaktere sind zum Teil so gut beschrieben, dass man sie sich richtig vorstellen kann.

Die Geschichte klingt zwar nicht neu ist aber sehr interessant aufgemacht. Jasper hat Angst davor in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und versucht deshalb alles um den freilaufenden Mörder zu finden. Doch er muss gegen seine Erziehung und die Erinnerungen ankämpfen und zusätzlich auch gegen die Polizei, denn Jasper soll sich raushalten, statt auf sich aufmerksam zu machen. Immer wieder gerät er in Situationen, in der er einsieht, dass sein Vater ihm doch sehr nützliche Sachen beigebracht hat und es wäre sehr einfach für ihn jemanden zu töten. Und da Jasper das so deutlich bewusst ist, fällt ihm der Kampf besonders schwer.

Dieser Thriller ist spannend und originell! Insgesamt passt alles zusammen: Die Geschichte, die Charaktere, der Schreibstil und die Stimmung. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen und es war schnell gelesen. Man fragte sich als Leser die ganze Zeit, ob Jasper nicht doch in eine falsche Richtung läuft und die Erziehung vielleicht eben doch genau das aus ihm gemacht hat, was sein Vater wollte: einen würdigen Nachfolger. Doch dann wiederum sah man ihn mit seinem besten Freund oder seiner Freundin und konnte sich das nicht vorstellen. Das hat das Buch auf jeden Fall besonders lesenswert gemacht.

Man nehme ein wenig Humor, eine mörderische Erziehung und ein wenig Soziopathie – heraus kommt ein wirklich sehr gelungener Thriller, der nicht sofort durchschaubar und absolut unterhaltsam ist!

Was ich besonders mochte:

Jaspers Gedanken, wenn er gerade versucht hat jemanden in eine Richtung zu lenken, waren ein wenig gruselig aber wirklich interessant zu lesen.


Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an: 

 http://www.randomhouse.de/content/download/logos/blanvalet.jpg

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