Freitag, 7. Juni 2013

"Und nachts die Angst" von Carla Norton - Thriller mit gelungenem psychologischen Touch!



Und nachts die Angst
Carla Norton
Thriller
400 Seiten
Erscheinungstermin: 03.06.2013
Droemer Knaur
ISBN: 978-3-426-51377-4


Mit 12 wurde die Kindheit von Reeve LeClaire jäh beendet, denn sie wurde entführt und missbraucht. Nach mehreren Jahren erst gelingt es ihr zu fliehen. Heute ist sie 22 und hat die Erlebnisse noch immer nicht überwunden. In der Umgebung gibt es drei weitere solcher Fälle, in den die Mädchen noch vermisst werden. Als die kleine Tilly, nach einem Jahr Gefangenschaft und Missbrauch, befreit wird soll Reeve ihr helfen. Doch dadurch gerät Reeve immer tiefer in die Ermittlungen und somit auch ins Visier des Täters…

Fazit:

Das Buch ist angenehm und flüssig geschrieben. Man fühlt sich direkt in die Geschichte versetzt und schon die ersten 20 Seiten fesseln. Der Leser erlebt Reeve und ihre Gedanken in der dritten Perspektive. Alles ist recht nüchtern und kühl gehalten, was sehr gut zu der Geschichte passt, aber nicht übertrieben oder unpassend wirkt.

Die Charaktere sind teils gut beschrieben und teils nur sporadisch um die Geschichte nicht in die Länge zu ziehen. Reeve ist die Protagonistin und eine junge Frau die schon viel zu viel erlebt hat und versucht, die Dämonen die sie jagen, loszuwerden. Trotz Zweifel ist sie hilfsbereit und neugierig. Insgesamt wirkt sie verletzlich, aber ohne mitleidig zu sein. Der Täter wird auch sehr gut beschrieben und seine kranke Persönlichkeit entfaltet sich in dem Buch zunehmend. Krank aber schlau und mit sehr befremdlichen Gedanken erlebt hier der Leser auch die andere Seite der Geschichte, auch wenn die hässlichsten Stellen zum Glück verborgen blieben.

Die Geschichte ist sehr einnehmend. Reeve wurde jahrelang missbraucht und vergewaltigt und ist nun körperlich zwar frei, aber geistig noch nicht. Sie hat noch immer Alpträume und auch im Alltag fällt es ihr schwer Beziehungen zu knüpfen. Als nun Tilly befreit wird zieht Dr. Lerner Reeve in den Fall mit hinein. Eigentlich sollte Reeve nur der Familie helfen zu verstehen wie es ihrer Tochter geht und Tilly wiederum sollte sie helfen, weil sie weiß wie die sich jetzt fühlen mag. Doch Reeve findet immer mehr über den Fall heraus und versucht auch auf eigene Faust ihren Gedanken nachzujagen. Leider stürzt sie sich damit dem Täter direkt vor die Linse und der ist mittlerweile genervt und hat schon eigene Pläne für Reeve.

Insgesamt ist dies ein guter und spannender Thriller mit einem psychologischen Aspekt. Es ist überaus spannend zu sehen wie sich die Opfer kurz- und langfristig verhalten und was der Täter sich dabei denkt. Die Täterseite ist zwar ausgebaut, jedoch noch recht dezent beschrieben, sodass sich einem der Magen nicht ganz umdreht wenn man das Buch liest.

Was ich besonders mochte:

Die leicht kühle und psychologische Atmosphäre in dem Buch hat mir gut gefallen. 


Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an:


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