Montag, 28. Oktober 2013

"Wo die Nacht beginnt" von Deborah Harkness - Spannende Fortsetzung im elisabethanischen England



Wo die Nacht beginnt 
Deborah Harkness
Roman
800 Seiten
Erscheinungsdatum: 18.03.2013
Blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0467-0

Die Liebe zwischen Diana und Matthew ist stärker als die Regeln. Als sie im elisabethanischen England ankommen, wird diese jedoch auf die harte Probe gestellt. Diana findet täglich neue Geheimnisse Matthews heraus und muss währenddessen auch noch einen Tutor finden, der sie in Hexenkunst unterweist, doch das erweist sich als schwieriger als gedacht. Matthews Vergangenheit und die komplizierten politischen und historischen Verhältnisse holen sie schnell ein. Werden sie es schaffen ihre Ziele zu erreichen und dabei nicht auseinanderzubrechen?

Fazit:

Die Fortsetzung ist wie der erste Band überwiegend aus Dianas Perspektive geschrieben. Man erlebt und durchlebt mit ihr zusammen die gesamte Geschichte die sehr stark angereichert ist mit geschichtlichen Ereignissen und Persönlichkeiten. Die Schilderungen sind sehr gut und nachvollziehbar, sodass der Leser sich ein klares Bild über die Gesamtsituation machen kann, die nicht mit den Protagonisten aufhört, sondern sich viel weiter erstreckt. Dadurch bekommt das Buch einen leicht erwachseneren Touch als die meisten Fantasy Romane. Der geschichtliche und leicht wissenschaftliche Charakter des Buches lässt sich spannend lesen, aber nicht wie üblich leichtfertig runter-lesen. Die Spannung baut sich genau wie die Komplexität langsam auf. Ist man erst mal drin, mag man das Buch kaum aus der Hand legen.

Die Charaktere sind hier etwas besonderes, denn viele von ihnen haben sogar einen geschichtlichen Hintergrund und wirken dadurch sehr echt und glaubwürdig. Diana entwickelt sich hier weiter und verhält sich, in Gegensatz zum ersten Band, ihrer Altersklasse entsprechender. Sie wirkt nicht mehr wie ein Teenie und gleichzeitig hat sie mit vielen neuen Dingen zu kämpfen und an vorderster Stelle versucht sie herauszufinden wer sie eigentlich ist. Das ganze passiert schleichend und wirkt dadurch nicht aufgesetzt.
Matthew wirkte hier nicht mehr so gefasst wie im ersten Teil, denn er wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert und muss sich einigen Situationen stellen, die er am liebsten begraben würde, denn sie waren Jahrhunderte tief in seinem Herzen verborgen.
Auch andere Charaktere kommen neu hinzu und werden dem Leser sympathisch gemacht. Andere müssen dafür etwas zurücktreten und das betrifft meist die aus der Gegenwart, denn von ihnen bekommt man nur kleine Bruchstücke mit.

Hier bekommt man im zweideutigen Sinn Geschichte pur! Diana und Matthew haben es geschafft endlich in die Vergangenheit zu kommen. Doch sie haben sich alles viel einfacher vorgestellt. Die historischen Umstände, die Menschen und Freunde machen es den Beiden nicht einfach, denn der Matthew der jetzt vor ihnen steht ist ein ganz anderer Matthew als der der damals gelebt hat. Seine Einstellung macht es ihm schwer die Geschichte nicht zu verändern und lässt ihn überall anecken, während Diana immer wieder andere Facetten von ihm entdeckt. Eine Hexe zu finden ist zwar einfach, aber eine wohlgesinnte Hexe zu finden ist eine ganz andere Geschichte und so ergeben sich immer mehr Komplikationen, die die Beiden auf eine Belastungsprobe stellen, die sie so nicht erwartet hatten.

Insgesamt gesehen ist und bleibt es eine wunderbare und lesenswerte Geschichte, die sehr stark durch historische Rahmen und Schilderungen gestützt wird und dadurch ein ganz anderes Lesevergnügen bereitet als ein normaler Fantasy Roman. Die Stärken der Autorin sind dabei ganz klar bei dem wissenschaftlichem und geschichtlichem Geschehen und den einzelnen Verbindungen zwischen den Zeiten, Menschen und Dingen. Für mich ist die Fortsetzung sehr gelungen, auch wenn das erste Buch nicht durch das Zweite in den Schatten gestellt wird.

Was ich besonders mochte:

Matthews Entwicklung und seine Vergangenheit haben mich hier weitaus mehr begeistert als im ersten Teil.

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