Montag, 10. November 2014

"Im Hause Longbourn" von Jo Baker - Die etwas andere Seite der Geschichte

Im Hause Longbourn
Jo Baker
Roman
448 Seiten
Erscheinungsdatum: 08.09.2014
Knaus 
ISBN: 978-3-8135-0616-7

Familie Bennett, aus Stolz und Vorurteil, aus der Sicht der Dienstboten: Während die Frauen der Familie Bennett damit beschäftigt sind hübsch auszusehen und einen Ehemann zu suchen, müht sich das Dienstmädchen Sarah mit der dreckigen Wäsche ab. Insgeheim hofft sie, dass das Leben mehr für Sie bereit hält als anderer Leute Dreckswäsche zu waschen. Als der neue Diener James bei Ihnen anfängt sieht Sarah dies als ein Zeichen. Doch sie ahnt nicht welches Geheimnis er mit sich bringt. 

Fazit:

Das Buch liest sich angenehm. Dadurch, dass es in der dritten Perspektive geschrieben ist, wird oft zwischen den Charakteren hin und her gesprungen. Für nur so nebenbei Leser könnte das verwirrend sein, aber wer das Buch richtig liest, der wird keine Probleme haben. Die Handlungen und Szenen mit der Herrschaft sind gut beschrieben und wirken authentisch. Eine Spannungskurve gibt es nicht, aber dafür einen Roman der einen dennoch fesselt. Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Es gibt den ersten Teil der die jetzige Situation beschreibt und dann gibt es einige andere Teile, die die Vergangenheit verschiedener Charaktere darstellen und somit den Leser aufklären warum etwas so ist wie es ist oder warum sich jemand so verhält, wie er es tut.

Die Charaktere und die Geschichte sind authentisch. Sarah ist eine Angestellte bei den Bennets und im Gegensatz zu allen anderen akzeptiert sie nicht, dass dies alles ist, was ihr das Leben zu bieten hat. Sie will mehr, sie will glücklich sein. Da taucht dann James auf, der scheinbar viel rumgekommen ist, aber kaum was erzählen möchte. Doch während alle fasziniert von ihm sind, ist Sarah skeptisch und wittert eine Lebenslüge. Unrecht scheint sie nicht zu haben, denn James trägt ein Geheimnis mit sich rum. Doch auch die anderen Charaktere sind nicht ohne. 
Mrs Hill scheint eine gute Seele zu haben und will Sarah schützen, doch manchmal reagiert sie merkwürdig auf Situationen. Die kleine Polly scheint vom Leben nichts zu erwarten und freut sich über jedes Bisschen Aufmerksamkeit. Und dann gibt es da noch den Diener eines anderen Hauses, der Sarah Beachtung schenkt und sie fasziniert, denn niemand zuvor hat ihr solch eine Beachtung geschenkt.
Der Schluss ist recht kurz gehalten, was mich persönlich leicht verstört hat, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass das Buch nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" geschrieben ist.

Insgesamt gesehen ist es ein schöner, gefühlvoller Roman, der gut zu lesen ist und hochinteressante Einblicke in die andere Seite der Welt der Bennets bietet. Dadurch, dass es hier um normale Leute geht, erscheinen die Sorgen der Herrschaften ja nahezu lächerlich, was das Buch zu einem besonderen Vergnügen macht, dabei ist es eigentlich egal ob man Stolz und Vorurteil kennt.

Was ich besonders mochte:

Die Gedanken von Sarah über die Bennets waren sehr amüsant.


Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an: 


1 Kommentar:

  1. Hallo,

    das Buch steht schon länger auf meiner Wunschliste, Deine Rezension hat mich noch mal bestärkt es mir endlich zu kaufen. Ich finde es auch nicht schlimm wenn zwischen verschiedenen Charakteren hin und her gesprungen wird, wenn das Buch einen fesselt, dürfte das kein Problem sein.


    Schau doch mal auf meinem Blog vorbei, dort gibt es bis zum 22.12. 1 von 3 Büchern zu gewinnen.Ich würde mich freuen.

    http://marylouloves.blogspot.de/2014/12/weihnachtsgewinnspiel.html

    Liebe Grüße
    Mary

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