Mittwoch, 10. August 2016

"Pretty Baby. Das unbekannte Mädchen" von Mary Kubica - Packend, realistisch und psycho!

Pretty Baby
Das unbekannte Mädchen
Mary Kubica
Psychothriller
304 Seiten
Erscheinungsdatum: 18.07.2016
Harper Collins
ISBN: 9783959670333


Heidi hat kein einfaches Leben. Schon immer hat sie sich gerne, auch nach eigenen Schicksalsschlägen, um hilfsbedürftige Menschen gekümmert. Als sie jedoch eines Tages ein Mädchen mit Baby mit nach Hause bringt, geht es Chris, Heidis Ehemann, zu weit. Er hat Angst um seine Frau und seine Tochter, denn irgendetwas stimmt mit diesem traurigen Mädchen nicht. Als er beginnt zu recherchieren, findet er ein schreckliches Geheimnis heraus und bangt, dass es noch nicht zu spät ist seine Familie zu retten.

Fazit:

Der Schreibstil wirkt auf den ersten Blick etwas künstlich. Es werden normale Dinge übertrieben beschrieben wie in etwa "Tauben ihre schwindelerregenden Kreise ziehen" und es gibt etwas verschachtelte 6,5 Zeilen lange Sätze. Sie zwingen den Leser langsam zu lesen. Doch wird durch genau diese Wortwahl und die kühle Art der Beschreibung dem Leser eine sehr passende Stimmung zum Psychothriller vermittelt. Nach einer Einstiegsphase verschwinden die verschachtelten Sätze und die übertriebenen Beschreibungen wieder aber die Stimmung bleibt.

Die Charaktere sind problematisch. Heidi ist eine Frau die viel einstecken musste und obwohl sie trotzdem glücklich sein könnte steckt sie in einer Phase in der sie von der Tochter abgekapselt wird, weil diese in die Pubertät kommt und alles hasst. Zudem scheint sie sich mit ihrem Mann auseinanderzuleben. Scheinbar interessiert sich niemand für sie und das obwohl sie gebraucht werden möchte. 
Chris ist ein typische Mann in den mittleren Jahren. Er fragt sich ob er es noch irgendwie draufhat und ist weibliches Zuneigung zunächst nicht abgeneigt. Dadurch entfernt er sich von seiner Frau, die kennt er ja schliesslich schon lange.
Willow ist seltsam. Ein Mädchen mit Baby. Obdachlos. Stur. Geheimnisvoll. Mit gutem Grund.
Es wirkt alles als könnte das genauso irgendwo nebenan passieren, weil das Grundgerüst des Buchs eine sehr realistische Darstellung einer Familie mit einem Kind ist.

Die Geschichte ist also die: Heidi hat ganz viel Mitleid mit Willow und ihrem Kind und will ihnen helfen, so redet sie es sich selbst ein, und bringt sie deshalb mit nach Hause. Damit überschreitet sie allerdings nicht nur die Grenze ihrer Tochter und ihres Mannes, sondern unbemerkt auch eine eigene. Dadurch wiederum stellen sich ganz langsam gewisse Wünsche und Probleme ein, die so einfach nicht mehr aus der Welt zu schaffen sind und als Chris das langsam merkt, ist es schon viel zu weit gegangen.

Insgesamt verdient das Buch die Bezeichnung Psychothriller! Es ist wirklich mal ein Thriller der einen psychologisch packt, denn eigentlich passiert dem Anschein nicht viel, aber man merkt als Leser, dass irgendwas gewaltig schief läuft. Das zusammen mit der realistischen Geschichte packt den Leser und lässt ihn nicht an Spannung missen. Toll!


Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an:






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